{"id":315,"date":"2022-04-11T11:37:35","date_gmt":"2022-04-11T09:37:35","guid":{"rendered":"http:\/\/hifp.de\/?p=315"},"modified":"2022-04-11T11:37:35","modified_gmt":"2022-04-11T09:37:35","slug":"corona-ein-katalysator-fuer-positive-veraenderungen-in-schulen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hifp.de\/?p=315","title":{"rendered":"Corona \u2013 ein Katalysator f\u00fcr positive Ver\u00e4nderungen in Schulen?"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Situation von chronisch und\/oder schwer erkrankten Lernenden war und ist schon immer schwierig. Aber auch die Bildungssysteme stehen vor besonderen Herausforderungen, was die Unterrichtung dieser Kinder und Jugendlichen betrifft.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Unterst\u00fctzung durch Einrichtungen der \u201eP\u00e4dagogik bei Krankheit\u201c, wie z.B. die \u201eSchulen f\u00fcr Kranke\u201c in einigen Bundesl\u00e4ndern oder auch \u201eBildungs- und Beratungszentren P\u00e4dagogik bei Krankheit\u201c, wie sie in anderen Bundesl\u00e4ndern genannt werden, unterrichten erkrankte Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zeitweise. Der Unterricht dieser Institutionen ist zeitlich begrenzt und findet r\u00e4umlich in au\u00dferschulische Bereichen wie Krankenh\u00e4usern, kleinen Lerngruppen oder dem h\u00e4uslichen Umfeld der Kinder und Jugendlichen statt. Von daher mussten von Lehrkr\u00e4ften, die in diesem Bereich t\u00e4tig waren und sind, schon immer sehr flexible und phantasievolle L\u00f6sungswege beschritten werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Begrenzt wurden technische M\u00f6glichkeiten wie z.B.&nbsp;&nbsp;Konferenzschaltungen in den Unterricht,&nbsp;&nbsp;leider in vielen Bundesl\u00e4ndern nachdem die europ\u00e4ischen Datenschutz Verordnung in Kraft getreten war.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00f6sungen wie der Einsatz von Avataren, die Unterricht live zu den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern nachhause oder in die Klinik streamen, konnten meist nur punktuell in Zusammenarbeit mit Schulleitungen und Lehrkr\u00e4ften vor Ort umgesetzt werden. Zudem musste um Spendengelder f\u00fcr die technische Ausstattung geworben werden, da die Schulen daf\u00fcr keine Ressourcen hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die w\u00e4hrend ihrer Schulzeit schwer erkranken, oder an chronischen Erkrankungen leiden, haben so &#8211; neben den gesundheitlichen Problemen &#8211; mit einer Reihe von \u201eBehinderungen\u201c zu k\u00e4mpfen, die durch die in den Schulen \u00fcblichen \u201eRealit\u00e4ten\u201c verursacht werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das beginnt bei den fachlichen L\u00fccken, die durch die erkrankungsbedingten Fehlzeiten entstehen und wegen der unzuverl\u00e4ssigen und\/oder unvollst\u00e4ndigen Vermittlung der im Unterricht behandelten Themen schlecht nachgearbeitet werden k\u00f6nnen, geht weiter bei den Herausforderungen der Logistik, z.B. den nicht zuverl\u00e4ssig weitergeleiteten Materialien, Arbeitsbl\u00e4ttern etc.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Fehlende unmittelbare Unterst\u00fctzung, Anleitungen und Erkl\u00e4rungen durch die Lehrkr\u00e4fte der Stammschulen charakterisieren den Alltag der meisten Lernenden abseits der Schule.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Erschwerend kommt dann noch dazu, dass Lehrkr\u00e4fte sich oft nicht in der Lage sehen, die erkrankten Lernenden zu benoten.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Probleme werden von den Beteiligten (Lehrkr\u00e4ften, Eltern, Lernenden) sehr h\u00e4ufig genannt:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>Instabile Materialversorgung:<\/strong>&nbsp;&nbsp;die \u00dcbermittlung von Lehr- und Lernmaterialien funktioniert nicht zuverl\u00e4ssig.<\/li><li><strong>Erschwerte Notengebung<\/strong>: Benotung trotz hoher Fehlzeiten ?<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><strong>Leistungserbringung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Arbeiten mit- bzw. nachschreiben:<\/strong>&nbsp;erkrankte Lernende m\u00fcssen wissen, was in der Arbeit dran kommt und sie m\u00fcssen \u00fcber m\u00f6gliche Nachschreibetermine rechtzeitig informiert werden, damit sie sich vorbereiten k\u00f6nnen. Sie sollten aber ebenso die M\u00f6glichkeit erhalten, bei Fragen und Verst\u00e4ndnisproblemen mit den Lehrkr\u00e4ften dar\u00fcber sprechen zu k\u00f6nnen.<\/li><li><strong>Hausaufgaben:&nbsp;<\/strong>k\u00f6nnen bei Erkrankungen nicht immer zuverl\u00e4ssig erledigt werden, dies sollte nicht zur schlechteren Benotung f\u00fchren.<\/li><li><strong>Ersatzleistungen<\/strong>: erkrankte Lernende m\u00fcssen die M\u00f6glichkeit erhalten rechtzeitig vor den Notenkonferenzen Ersatzleistungen f\u00fcr fehlende Klausuren und\/oder m\u00fcndliche Noten anfertigen zu k\u00f6nnen.&nbsp;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Zus\u00e4tzlich empfehlenswert:<\/strong><\/li><li>bei Bedarf Verl\u00e4ngerung der Bearbeitungszeit bei Klausuren (damit Erholungspausen m\u00f6glich sind, oder erkrankungsbedingte Einschr\u00e4nkungen kompensiert werden k\u00f6nnen)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>oder alternativ&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Verringerung des Umfangs von Klausuren (bei Lernenden mit erkrankungsbedingten Konditions- oder Konzentrationsverminderung) \u2013 bei gleicher inhaltlicher Anforderung.<\/li><li>Halbierung der F\u00e4cher\/Anwesenheit bei gleichzeitiger Verdoppelung der Abschlussjahre (z.B. 2 x 4 Semester in der Gymnasialen Oberstufe incl. aller ben\u00f6tigten Abiturpr\u00fcfungen)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Sollten spezielle Nachteilsausgleiche f\u00fcr erkrankte Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler vereinbart werden, kam es h\u00e4ufig zu organisatorischen und\/oder Verst\u00e4ndnisproblemen. Lehrkr\u00e4fte fanden es z.B. nicht immer leicht zu verstehen, dass chronisch erkrankte Kinder und Jugendliche sich nicht darum k\u00fcmmern k\u00f6nnen, die Lehrkr\u00e4fte anzusprechen, um Informationen, Materialien oder Nachschreibetermine incl. Inhalte der Klausuren zu erfahren.&nbsp;&nbsp;Erkrankte Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sind in der Regel froh, wenn sie den anstrengenden Schulalltag einigerma\u00dfen gut \u00fcberstehen und k\u00f6nnen sich nicht in den Pausen \u2013 die sie dringend zur Erholung ben\u00f6tigen \u2013 vor&nbsp;&nbsp;dem Lehrerzimmer in die Menge stellen, um die ben\u00f6tigten Infos zu Nachschreibetermine incl. der geforderten Inhalte zu bekommen. Hier sollte es Aufgabe der Lehrkr\u00e4fte sein, dass sie die Organisation der \u00dcbermittlung und die n\u00f6tigen Absprachen initiieren sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>In unserer modularen Fortbildung h\u00f6rten wir von Lehrkr\u00e4ften aus Klinikschulen aus den verschiedenen Bundesl\u00e4ndern und dem deutschsprachigen Ausland, dass es h\u00e4ufig schwierig sei, Lehrkr\u00e4ften der Stammschulen zu vermitteln, dass erkrankte Kinder und Jugendliche diese besonderen \u201eServiceleistungen\u201c der Lehrkr\u00e4fte ben\u00f6tigen um weiter erfolgreich in ihrer Klasse bleiben zu k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir h\u00f6rten immer wieder, dass die Schulen \/ Schulleitungen \/ Lehrkr\u00e4fte alle diese Punkte zwar nachvollziehen k\u00f6nnen, dass es aber in der schulischen Realit\u00e4t schwierig sei diese Punkte auch umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lehrkr\u00e4fte der Stammschulen w\u00fcrden sich oft nicht in der Lage sehen alle Materialien digital an erkrankte Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler schicken. Zudem empf\u00e4nden sie es als eine zus\u00e4tzliche Belastung, immer daran denken zu m\u00fcssen, wer von ihren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern krankheitsbedingt nicht alle Leistungen erbringen konnte und deshalb ggf. noch Noten durch Ersatzleistungen erreichen sollte \u2026.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsame Lernplattformen f\u00fcr Klassen gab es nur vereinzelt \u2013 wo es sie gab, war der Zugang zum Lernstoff f\u00fcr alle Mitglieder der Klassen aber sehr einfach und recht problemlos \u2013 vorausgesetzt sie hatten Zugang zu einem PC incl. Drucker, um die Materialien auszudrucken und bearbeiten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>All das war vor Corona schwierig&nbsp;&nbsp;\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dann kam Corona!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Schnelldurchgang mussten alle Lehrkr\u00e4fte lernen, wie und in welcher Form sie ihren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern die Inhalte, die normalerweise gemeinsam im Klassenverband gelernt worden w\u00e4ren, vermitteln k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es wurden Videos hergestellt, Unterrichtsinhalte gestreamt, Lerngruppen zu Videokonferenzen eingeladen, Telefonate mit einzelnen Sch\u00fclern bei Fragen und ben\u00f6tigter Hilfestellung organisiert und noch vieles mehr.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die keinen Zugang zu digitalen Angeboten hatten, bekamen ihr Lern- und \u00dcbungsmaterial bei Bedarf in Papierform zugesandt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Familien ohne technische Ausstattung konnten teilweise schon vor den Sommerferien 2020 Laptops und Tablets f\u00fcr ihre Kinder von den Schulen ausgeliehen bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war wirklich beeindruckend zu erleben, wie alles, was wir uns aus Sicht von \u201eP\u00e4dagogik bei Krankheit\u201c schon lange gew\u00fcnscht h\u00e4tten, pl\u00f6tzlich Realit\u00e4t wurde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir alle aus dem Bereich \u201eP\u00e4dagogik bei Krankheit\u201c mussten schon immer individuelle L\u00f6sungen f\u00fcr unsere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler finden. Sei es, dass wir flexible L\u00f6sungen f\u00fcr Lernorte finden, Unterrichtsinhalte angepasst an die aktuelle gesundheitliche Verfassung erstellen und angepasste Methoden bis hin zum Unterrichten am Bett realisieren mussten. Ebenso war es f\u00fcr alle Kolleginnen und Kollegen in diesem Arbeitsfeld \u00fcblich mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern per Mail und Telefon zu kommunizieren, wenn diese Fragen hatten oder Hilfestellung ben\u00f6tigten.<\/p>\n\n\n\n<p>Fast alle diese \u201eMethoden\u201c sind inzwischen in allen Kollegien angekommen. In Hamburg wird auch jetzt, wo inzwischen wieder alle Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen im Regelunterricht in der Schule sind, weiter flexibel und unter Einbeziehung aller technischen M\u00f6glichkeiten unterrichtet. Es gibt st\u00e4ndig Kinder und Jugendliche, die tageweise in Quarant\u00e4ne sind, weil sie auf Covid-19 getestet wurden und das Ergebnis abwarten m\u00fcssen. Zeitweise sind auch ganze Klassen wegen n\u00f6tigen Quarant\u00e4nema\u00dfnahmen nicht in der Schule. Das wird wohl auch noch so bleiben m\u00fcssen, bis ein zuverl\u00e4ssiger Impfschutz m\u00f6glich sein wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Lehrkr\u00e4fte m\u00fcssen also weiterhin mit hoher Flexibilit\u00e4t unter Nutzung aller technischen M\u00f6glichkeiten ihren Unterricht flexibel auf die jeweilige Situation einstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Interviews mit Experten der unterschiedlichsten Fachrichtungen wurde u.a. auch eine Form von \u201eHybrid-Unterricht\u201c favorisiert, der eine gute Mischung aus Pr\u00e4senzunterricht und digitalen Angeboten beinhalten soll. Dabei k\u00f6nnten sich auch neue Lern- und Arbeitsformen etablieren, durch die sich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler z.B. intensiver, weil unabh\u00e4ngig von den \u00fcblichen 45 oder 90 Minuten-Taktung des Schulalltags, mit Themen auseinandersetzten k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>All diese M\u00f6glichkeiten werden auch erkrankten Lernenden deutlich mehr M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnen am Schulalltag zu partizipieren, als das vor Corona der Fall war.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Punkt ist die neu entstandene Erkenntnis, dass einige Erkrankungen nicht einfach vorbei sind und alles ist wie zuvor, sondern dass es Sp\u00e4tfolgen geben kann, die unter dem Begriff \u201eLong Covid\u201c&nbsp;&nbsp;gerade diskutiert werden. Diese Form von Sp\u00e4tfolgen einer Erkrankung ist uns schon sehr lange bei vielen Menschen bekannt, die z.B. onkologische Erkrankungen \u00fcberlebt haben, au\u00dferdem sind sie ein unangenehmer Teil von vielen chronischen Erkrankungen, die unter dem Begriff \u201eFatique\u201c schon lange beschrieben werden im Alltag von den meisten nicht betroffenen Menschen aber nicht ernst genommen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem bei jungen Menschen bestand immer die Vorstellung, dass diese Dauerm\u00fcdigkeit nicht real sein k\u00f6nne, dass sie sich \u201enicht so anstellen\u201c sollten, dass sie einfach l\u00e4nger schlafen sollten, dass die Eltern ihre Erziehungsmethoden doch \u00fcberdenken sollten, damit ihre Kinder mehr Ruhe und Erholung bekommen w\u00fcrden. Alternativ wurde Eltern unterstellt, dass sie ihre Kinder nur nicht loslassen k\u00f6nnten und \u201ediese sogenannte Ersch\u00f6pfung\u201c auf das Elternproblem zur\u00fcck zu f\u00fchren sei \u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>All diese Missverst\u00e4ndnisse k\u00f6nnten sich im Zuge des zunehmenden Wissens, was Corona an Sp\u00e4tfolgen bewirken kann, ver\u00e4ndern und im besten Fall zu einem tieferen Verst\u00e4ndnis f\u00fchren, das einen toleranteren Umgang sowohl mit den krankheitsbedingten Fehlzeiten, wie auch den krankheitsimmanenten Nebenwirkungen erm\u00f6glichen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Sicht der \u201eP\u00e4dagogik bei Krankheit\u201c kann diese \u201eneue Realit\u00e4t\u201c dazu f\u00fchren, dass sich f\u00fcr erkrankte Lernende ihre Situation grundlegen verbessern k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der&nbsp;<strong>iwd<\/strong>&nbsp;(Informationsdienst&nbsp;des Instituts der deutschen Wirtschaft) hat in einem Internetartikel vom&nbsp;30.04.2020 unter dem Titel \u201e<strong>Digitaler Nebeneffekt von Corona\u201c&nbsp;<\/strong>auf folgendes hingewiesen:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e\u2026 F\u00fcr die Zeit nach der Corona-Pandemie k\u00f6nnte dies eine bessere Integration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt bedeuten. Denn schon 2019, also vor Corona, gaben sich die Personalverantwortlichen in einer repr\u00e4sentativen IW-Befragung (siehe:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.iwd.de\/artikel\/digitalisierung-hilft-der-inklusion-461641\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eDigitalisierung hilft der Inklusion\u201c<\/a>) optimistisch:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fast ein Drittel der Unternehmen in Deutschland glaubt, dass die Digitalisierung die Jobchancen f\u00fcr Menschen mit Behinderung verbessert.&nbsp;&nbsp;<\/strong><strong>\u2026\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne hoffen wir, dass sich auch f\u00fcr erkrankte Kinder und Jugendliche durch die neue umf\u00e4ngliche Digitalisierung der Schulen die Lage verbessern wird. Die Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen, die in \u201eNachteilsausgleichen\u201c f\u00fcr erkrankte Lernende formuliert worden sind, h\u00e4ufig aber nur partiell umgesetzt wurden, k\u00f6nnten sich durch die neue schulische Realit\u00e4t so etablieren, dass sie nicht mehr explizit formuliert werden m\u00fcssen, weil sie bereits zum gelebten Alltag in allen Schulen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Was in allen Stellungnahmen zu den neuen Lernformen aber immer deutlich wurde,<\/p>\n\n\n\n<p>der pers\u00f6nliche Kontakt ist auf jeden Fall wichtig \u2013 ausschlie\u00dflich digital l\u00e4sst sich eine gute, auch erzieherisch f\u00f6rderliche Unterrichtssituation nicht herstellen. Die reale \u2013 analoge \u2013 Begegnung bleibt nach wie vor wichtig f\u00fcr den Lernerfolg und mehr noch f\u00fcr die Pers\u00f6nlichkeitsbildung.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt wird sich wohl im Laufe der Zeit eine ausgewogene Form des flexibleren Unterrichtens etablieren k\u00f6nnen, von der nicht nur erkrankte Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, sondern auch das Lehrpersonal und die Eltern profitieren k\u00f6nnten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Zur\u00fcck zu den Zeiten vor Corona wird in Schule nicht mehr m\u00f6glich sein \u2013 und das ist auch gut so!<\/p>\n\n\n\n<p>Mona Meister<\/p>\n\n\n\n<p>Hamburger Institut f\u00fcr P\u00e4dagogik<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Situation von chronisch und\/oder schwer erkrankten Lernenden war und ist schon immer schwierig. Aber auch die Bildungssysteme stehen vor besonderen Herausforderungen, was die Unterrichtung dieser Kinder und Jugendlichen betrifft. 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